//„Einfach mal machen“

„Einfach mal machen“

2020-04-02T09:42:07+02:001. April 2020|
Design Thinking Moderatorin Katrin Schubert
  • Interview mit Katrin Schubert (Mitglied des Steuerungsteams)

  • Ist bei den Leipziger Verkehrsbetrieben tätig als:
    Mitarbeiterin Marktforschung im Qualitätsmanagement (seit 10 Jahren)

  • Beschäftigt sich im Projekt MADAM mit der Fragestellung:
    Mobilisierung digitaler Arbeit

  • Persönliches Motto:
    Einfach mal machen

Was machst du bei der LVB?

Ich bin inzwischen seit 10 Jahren bei den LVB im Bereich Qualitätsmanagement für Marktforschungsthemen verantwortlich. Wenn für eine Fragestellung empirische Daten notwendig sind dann überlege ich mir gemeinsam mit dem verantwortlichen Bereich, wie wir Antworten auf die Frage über eine Befragung finden könnten. Meistens betrifft das Fragen zum Verhalten oder Einstellungen unserer Kunden.

Was ist deine Rolle im Projekt MADAM und warum arbeitest du im Projekt mit?

Ich bin Steuerungsteam-Mitglied im Teilprojekt 2 (Digitale Arbeit wird mobil).

Ich habe mich 2017 für die Ausbildung zur Design Thinking Moderatorin beworben und war beim ersten Schwung dabei. Seitdem möchte ich die Methode natürlich auch praktisch anwenden und ich fand das MADAM Thema spannend. Im Endeffekt betrifft uns MADAM alle persönlich, und ich bin dankbar über die Chance an der Stelle mitgestalten zu können.

Mit welchen Themen beschäftigst du dich in MADAM? Welche Themen sind dir besonders wichtig?

Unsere Zielgruppe ist speziell der/ die Mitarbeiter*in aus der Verwaltung mit PC-Arbeitsplatz. Wir haben uns in den letzten Monaten damit beschäftigt, welche Bedürfnisse diese haben, wenn es um ihre Tätigkeit geht. Das klingt erstmal sehr weit gefasst, aber wir sind so groß herangegangen, um das Potential von Digitalisierung und flexibleren Arbeitszeitmodellen (Ort und Zeit) aus Mitarbeitersicht untersuchen zu können. So haben wir z.B. gefragt: was bedeutet Arbeit für dich? Was ist dir wichtig und was nicht? Diesen großen Blick fand ich persönlich sehr spannend. So konnten wir herausfinden, was unseren Mitarbeiter*innen  wirklich wichtig auf Arbeit ist. Die Zusammenhänge zu sehen und zu schauen, wie wir etwas besser machen können, das motiviert mich. Nachdem ich persönlich mit so vielen Kolleg*innen über ihre Bedürfnisse und Probleme gesprochen habe, fühle ich mich emotional stark in das Projekt involviert und da will ich natürlich erst recht, dass etwas Gutes dabei herauskommt.

Flexibilisierung ist ein wichtiges Thema, aber wichtig ist auch, dass die anderen Bedürfnisse unserer Kolleg*innen mit berücksichtigt werden. Den Mitarbeiter*innen waren zwei Aspekte am wichtigsten, egal in welcher Abteilung wir Interviews geführt haben. Das war zum einen der soziale Aspekt, dass man sich wohlfühlt auf Arbeit und im Team. Zum anderen aber auch, dass man Anerkennung bekommt für das was man tut, sei es von der Führungskraft, vom Kunden oder von den Menschen, die einen umgeben.

In welcher Phase des Projekts steht ihr? Was habt ihr bisher gemacht? Wie seid ihr bei der Synthese der Ergebnisse vorgegangen?

Wir haben in 2er Teams  Interviews durchgeführt und uns in Workshops erstmal gegenseitig von den gesammelten Erfahrungen erzählt. Wir haben dann versucht, die wichtigsten Erkenntnisse (Insights) herauszufiltern und zu sortieren. Dabei haben wir uns auch immer gefragt: welches Bedürfnis steckt hinter der eigentlichen Aussage? Auf die wichtigsten Bedürfnisse haben wir uns dann konzentriert und stellvertretende Personas erstellt, die uns helfen sollen immer wieder nutzerzentriert zu denken, wenn wir über konkrete Lösungen nachdenken.

Welche Ergebnisse fandst du spannend? Was hat dich überrascht?

Ich fand es spannend, Einblicke in die Arbeits- und Gefühlswelt einzelner Mitarbeiter*innen verschiedener Bereiche zu erhalten, die ich überhaupt nicht kenne. Dieser Blick über den Tellerrand hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Überrascht hat mich, wie zufrieden die interviewten Mitarbeiter im Großen und Ganzen mit ihrer Tätigkeit und ihrem direkten Umfeld eigentlich sind, und dass die Bedürfnisse sich sehr ähneln, ganz unabhängig von Alter, Geschlecht, Betriebszugehörigkeit oder Bereich.

Wie geht’s weiter?

Wir befinden uns in der Ideenphase und werden in den kommenden Workshops hoffentlich ein buntes, vielfältiges Sammelsurium an sinnvollen wie auch wilden und verrückten Ideen haben. Wie genau wir dann weiter vorgehen, ist abhängig vom Ergebnis. Vielleicht gibt es ein größeres Konzept, in das mehrere Ideen einfließen, vielleicht kristallisieren sich einzelne Ideen als die besten heraus, die wir dann in einem Prototyp verfeinern und testen werden. Testen bedeutet, dass wir wieder Mitarbeiter*innen fragen, was sie von der Idee halten und was wir besser machen können. Wenn es total am Bedürfnis unserer Mitarbeiter*innen vorbeigeht, haben wir auch kein Problem damit das Ganze zu verwerfen und wieder einen Schritt zurück zu gehen.

Wie findest du Design Thinking als Methode?

Ich bin in meinem „normalen“ Berufsalltag eher der quantitative Typ, daher genieße ich es mal qualitativ arbeiten zu können, also möglichst frei und offen Fragestellungen zu erforschen. Ich schätze sehr, dass der Mensch im Mittelpunkt steht und dass es zur Methode gehört Fehler machen zu dürfen.

Was für eine Bilanz ziehst du für dich nach ein Jahr MADAM?

Ich war zu Beginn skeptisch, insbesondere aufgrund der langen Projektlaufzeit, denn Design Thinking lebt eigentlich davon, schnell alle Phasen zu durchlaufen und einfach mal zu „machen“. Inzwischen habe ich mich an den Zeitplan gewöhnt und unser Team ist zusammengewachsen. Ich finde die persönliche Komponente im Projekt sehr bereichernd. Ich habe durch das Projekt viele Kolleg*innen aus anderen Bereichen kennengelernt und ich finde es sehr motivierend, dass wir im Team gemeinsam Dinge entwickeln und jeder sein Wissen einbringt.

Ich freue mich darauf, all das was wir in den vergangenen Monaten aufgesogen haben, in konkrete Vorschläge einfließen zu lassen.

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